Kinder fragen, Erwachsene versuchen zu antworten
Ein Vierjähriger soll angeblich ca. 400 Fragen am Tag stellen. diese Schätzung finde ich keineswegs übertrieben. Hat nicht jeder schon mal erlebt, wie ein Kind einen Erwachsenen so lange ausgefragt hat, bis er selber nicht mehr weiter wusste!?
Als ich letztens mit meinem kleinen vierjährigen Schützling unterwegs war, haben wir ein Polizeiauto gesehen, was auf dem Spielplatz natürlich für große Aufregung gesorgt hat: "Warum steht das Polizeiauto da?" Ähm, weil es vielleicht einen Autounfall gab oder etwas geklaut wurde. "Ein Autounfall???
Wo ist das Auto? Ist es dolle paputt?" Ich weiß es doch auch nicht, das war ja nur eine Möglichkeit.
Unzählige Fragen über das Auto und den möglichen Unfallhergang später, haben wir das Polizeiauto erreicht um zu hören, dass gerade ein Funkspruch einging, den man aber unmöglich verstehen konnte. "Was hat die Frau gesagt?" Das weiß ich nicht genau. Sie wurden jetzt sicherlich zu einem anderen Notfall gerufen, um da zu helfen.
Und schon raste das Auto mit Blaulicht und Sirene an uns vorbei. Es dauerte etwas, bis er seinen staunenden Mund wieder schließen konnte. Aber nur kurz, da so viele Fragen gestellt werden mussten: "Warum fährt das Auto so schnell? Warum ist das so laut? Wo fahren die jetzt hin?"Ich versuchte meine Antworten kindgerecht zu verpacken und mit Beispielen zu schmücken, welche er verstehen konnte. Ich wollte ihn also da abholen, wo er steht; Genau wie es uns im Lehramtsstudium immer und immer wieder gesagt wird. Aber anscheinend war ich zu langsam und das Polizeiauto längst vergessen, denn wir kamen an einem abgeblühten Kirschbaum vorbei: "Warum sind die Blüten paputt? Hat man vergessen den Baum zu gießen? Das ist aber traurig!" Meine Antwort wurde allerdings wieder unterbrochen: "Warum fahren die Straßenbahnen nicht durch den Park? Warum regnet es eigentlich? Und warum geht die Sonne unter? Muss die auch schlafen?..."
Man muss wohl einsehen, nicht alle Fragen beantworten zu können, aber man kann versuchen den Wissensdurst wenigstens ansatzweise zu stillen. :-)
nicnacnuc am 17. Mai 13
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Die Änderungsschneiderei
Nach einem langen Unitag beschloss ich noch ein wenig die langersehnte Frühlingssonne zu genießen und schlenderte über den Marktplatz. Die Frühlingssonne schien aber nicht jeden mit guter Laune angesteckt zu haben. Es war schon kurz vor Feierabend an den Marktständen, aber ich wollte gerne noch ein paar Blumen kaufen, um auch ein bisschen Frühling in der Wohnung zu haben. Auf die Frage hin, ob ich denn noch etwas kaufen kann, gab die bereits zusammenpackende Verkäuferin nur ein Brummen von sich, das man deuten konnte wie man wollte, von mir aber als deutliches ja verstanden wurde.
Mit einem schönen Blumenstrauß unter dem Arm war ich auf dem Heimweg und kam an einer Änderungsschneiderei vorbei. Für ein Geschenk zur Geburt haben wir uns überlegt ein kleines Babydeckchen zu kaufen, auf das wir dann den Namen des Babys sticken lassen wollen. Die Babydecke haben wir bereits, aber leider noch niemanden gefunden, der uns den Namen preiswert einsticken möchte oder kann. Also dachte ich mir, probiere ich mal mein Glück und frage nach, ob sie das machen und was das hier so kostet.
Als ich reinkam stand ein äußerst sympathisch aussehender Inder in der Ecke des Raumes und betrachtete mich abschätzig. Ich, so freundlich wie ich konnte, fragte nach, ob sie denn einen Namen auf eine Decke sticken können. „Was? Name? Wo?“ Nachdem ich wiederholt habe sagt er schon lauter „Auf Jacke??“ – Denkt er etwa, ich will mir einen Markennamen irgendwo reinschreiben lassen?- Nein, versuchte ich immer noch ruhig zu erklären, einen Namen auf eine Babydecke. „Welches Namen?“ Äh… den des Babys!? „Geht nix!“ Ich wollte mich noch nicht so ganz mit der Antwort zufrieden geben, weil ich immer noch das Gefühl hatte, dass er mich falsch verstanden hatte sah ich mich etwas um und entdeckte im Nebenraum eine Frau, die nicht indisch aussah. Ich sah sie hilfesuchend an, weil ich dachte, sie könne vielleicht fließend deutsch sprechen und würde das Missverständnis aufklären. Aber sie hat nur zurückgeguckt und nicht mal das Gesicht verzogen.
Ich fragte also nochmal: Können Sie einen Namen auf eine Decke sticken, oder geht das nicht? „Mit Maschine?“ Naja, ich weiß nicht womit. Sie sind ja der Fachmann. „Nix Maschine so haben.“ Ach braucht man dafür eine spezielle Maschine?“ Private Maschine!“ Denkt er etwa immer noch ich will eine Markenjacke fälschen? „Nix. Private Maschine! Nix geht!“ Noch ein fragender Blick zur blonden Frau im Nebenraum, aber wieder kommt keine Reaktion. Ich verabschiede mich noch so freundlich ich kann von dem Mann, der bereits in der Mitte des Zimmers steht und sich ziemlich in Rage geredet hat. Bevor ich aber noch mal danach frage und er vielleicht noch die Polizei ruft, gehe ich lieber.
Hinter mir knallt die Tür zu und ich stehe im Flur und frage mich, was gerade passiert ist…
nicnacnuc am 08. April 13
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Willkommen ... und los!
Liebe Niggol,
die Idee mit deinem eigenen Blog ging mir, seit sie mir kam, nicht mehr aus dem Kopf. Und ich finde mehr denn je, dass du es einfach mal ausprobieren solltest.
Nieder mit den langweiligen Hausarbeiten!
Wir vom Abijahrgang könnten mitlesen?
Oder du nutzt ihn erstmal als eine Art Tagebuch?
Der Blog ist für andere noch unsichtbar.
Der Name der URL ist festgelegt.
Die restlichen Sachen: Blogname, Farben, Schriftarten, Benutzerdaten (E-Mail-Adresse) etc. kannst du jederzeit ändern.
Gib dir einen Ruck und schreib drauf los!
Du sollst weder einen Preis gewinnen, noch die meisten Leser haben, sondern einfach nur dein Gedächtnis stützen, damit du nicht vergisst, dass die Zeit als Lehramtsstudentin mit Babysitter-Nebenjob teilenswerte Facetten hat.
Ich drück dich.
Liebe Grüße
Da Annemi
nicnacnuc am 18. Februar 13
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